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Lagezuschlag und Richtwertmietzins: Was beim Altbau-Zinshaus rechtlich drin ist

Richtwert, Lagezuschlag, Zu- und Abschläge: Wie sich die zulässige Miete im Gründerzeithaus zusammensetzt — und warum ein falsch angesetzter Lagezuschlag ganze Gutachten kippt.

Von Mag. Florian Kulterer, Der Zinshausmakler · Graz · Stand August 2026

MRG-Vollanwendung
Bauten vor 8. 5. 1945
Befristungsabschlag
25 %
Lagezuschlag
nur bei überdurchschnittlicher Lage, schriftlich begründet
Teilanwendung
Nachkriegsbau: angemessener Mietzins

Wann der Richtwert gilt

Für Wohnungen in Gebäuden, die vor dem 8. Mai 1945 errichtet wurden (und nicht aus anderen Gründen ausgenommen sind), gilt das Mietrechtsgesetz in Vollanwendung — also das Richtwertsystem. Das betrifft den Großteil der Grazer und Klagenfurter Gründerzeit-Zinshäuser. Der Richtwert wird je Bundesland festgelegt und regelmäßig valorisiert; Steiermark und Kärnten haben unterschiedliche Richtwerte. Häuser nach 1945 fallen in der Regel in die Teilanwendung — dort gilt der angemessene Mietzins ohne Richtwertbindung.

Für Investor:innen heißt das: Beim Altbau ist die Miete nach oben gedeckelt, beim Nachkriegsbau nicht. Das erklärt, warum ein Mehrparteienhaus von 1975 in Graz-St. Peter eine höhere Bruttorendite haben kann als ein Gründerzeithaus in Geidorf — und warum der Altbau trotzdem den höheren Vervielfältiger bekommt: Substanz, Lage und Potenzial.

Zu- und Abschläge: die Rechnung im Detail

Auf den Richtwert kommen Zuschläge für Ausstattung (z. B. Lift, Balkon, Bad-Standard), Lage (Lagezuschlag) und Erhaltungszustand; Abschläge gibt es für Befristung (25 %), Nachteile wie Erdgeschoss- oder Hoflage und fehlende Ausstattung. Der Lagezuschlag ist nur zulässig, wenn die Lage nach allgemeiner Verkehrsauffassung besser ist als eine durchschnittliche Lage — und er muss dem Mieter bei Vertragsabschluss schriftlich begründet werden, sonst ist er nicht durchsetzbar.

Hier liegt die häufigste Fehlerquelle in Exposés: Ein Lagezuschlag wird angesetzt, den das Haus rechtlich nicht trägt oder der in den Mietverträgen nie korrekt ausgewiesen wurde. Mieter:innen können überhöhte Mieten über die Schlichtungsstelle beziehungsweise das Gericht überprüfen lassen — rückwirkend. Für Käufer:innen ist das ein echtes Risiko, das DER ZINSHAUSMAKLER im Gutachten ausweist: Lagezuschlag, wo er zusteht — und nur dort.

Was das für Kauf und Verkauf bedeutet

Verkäufer:innen sollten vor der Vermarktung die Mietzinsliste rechtlich prüfen lassen — nicht durchsetzbare Mieten mindern den Wert, korrekt begründete Zuschläge erhöhen ihn. Käufer:innen sollten jede Mietzinsvereinbarung gegen Richtwert und Zuschläge rechnen, bevor sie einen Vervielfältiger darauf anwenden. Beides ist Teil unseres Aufnahmeprozesses; Rechtsfragen klären wir gemeinsam mit den Partner-Kanzleien der IMMOXX-Gruppe.

Mag. Florian Kulterer — der Zinshausmakler für Graz und die Südstrecke bis Klagenfurt

Mag. Florian Kulterer · staatlich geprüfter Immobilientreuhänder

Der Autor

Mag. Florian Kulterer

Geschäftsführender Gesellschafter iX immo GmbH (IMMOXX) · Immobilieninvestor · Schwerpunkt Zinshaus & Anlage

Diesen Beitrag habe ich aus der Praxis geschrieben — aus Transaktionen in Graz, der Steiermark und Kärnten und aus dem, was ich als Investor selbst gelernt habe. Wenn Sie ein konkretes Haus vor sich haben: Das erste Gespräch ist kostenlos, das Gutachten folgt.

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FAQ

Häufige Fragen — Mietrecht

Gilt der Richtwert auch in Graz und Klagenfurt?

Ja — für Wohnungen in Gebäuden, die vor dem 8. Mai 1945 errichtet wurden, gilt das Richtwertsystem des Mietrechtsgesetzes in der Steiermark wie in Kärnten; die Richtwerte je Bundesland unterscheiden sich.

Kann ein Lagezuschlag nachträglich verlangt werden?

Nein. Der Lagezuschlag muss bei Abschluss des Mietvertrags schriftlich begründet werden. Fehlt die Begründung, ist er nicht durchsetzbar — ein Risiko, das beim Zinshauskauf in jeder Mietzinsvereinbarung geprüft werden muss.

Warum hat ein Nachkriegs-Mehrparteienhaus oft mehr Rendite als ein Gründerzeithaus?

Weil beim Nachkriegsbau der angemessene Mietzins ohne Richtwertdeckel gilt. Der Altbau gleicht das über Substanz, Lage und Ausbaupotenzial aus — deshalb sein höherer Vervielfältiger.

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