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Zinshaus-Rendite berechnen: Bruttorendite, Nettorendite, Vervielfältiger

Die drei Kennzahlen, mit denen Profis ein Zinshaus bewerten — mit Beispielrechnung und den typischen Stellen, an denen Exposés schönen.

Von Mag. Florian Kulterer, Der Zinshausmakler · Graz · Stand August 2026

Bruttorendite
Jahresnettomiete ÷ Kaufpreis
Nettorendite
(Miete − Bewirtschaftung) ÷ Gesamtinvestition
Vervielfältiger
Kaufpreis ÷ Jahresnettomiete
Nebenkosten AT
≈ 10 % des Kaufpreises

Bruttorendite: die schnelle, aber unvollständige Zahl

Die Bruttorendite ist die Jahresnettomiete (Hauptmietzins ohne Betriebskosten und Umsatzsteuer) geteilt durch den Kaufpreis. Beispiel: 120.000 € Jahresnettomiete bei 2.400.000 € Kaufpreis ergeben 5,0 % Bruttorendite. Die Zahl ist in jedem Exposé zu finden — und sagt allein wenig aus, weil sie weder Bewirtschaftungskosten noch Leerstand noch Erwerbsnebenkosten berücksichtigt.

Wer Bruttorenditen vergleicht, muss prüfen, ob die Jahresmiete die Ist-Miete oder eine Soll-Miete nach Neuvermietung ist. Der Unterschied kann bei einem Altbau mit Altmietverträgen 30 bis 50 Prozent betragen.

Nettorendite: was das Haus wirklich abwirft

Die Nettorendite zieht von der Jahresnettomiete die nicht umlagefähigen Kosten ab: Instandhaltungsrücklage (bei Gründerzeithäusern realistisch 10–15 € je m² Nutzfläche und Jahr), Verwaltung, Leerstandsrisiko (2–5 % der Sollmiete), nicht verrechenbare Betriebskosten und Versicherungen. Auf der Preisseite kommen die Erwerbsnebenkosten dazu — in Österreich rund 10 % (Grunderwerbsteuer 3,5 %, Eintragungsgebühr 1,1 %, Vertragserrichtung, Maklerprovision).

Im Beispiel: 120.000 € Miete minus 28.000 € Bewirtschaftung = 92.000 €, geteilt durch 2.640.000 € Gesamtinvestition = 3,5 % Nettorendite. Das ist die Zahl, die über Ihre Entscheidung entscheiden sollte — nicht die 5,0 % aus dem Exposé.

Vervielfältiger: die Sprache der Profis

Der Vervielfältiger (Multiplikator) ist der Kaufpreis geteilt durch die Jahresnettomiete — im Beispiel 20. In Graz werden sanierte Gründerzeit-Zinshäuser in Bestlage mit dem 22- bis 28-Fachen gehandelt, unsanierte Häuser mit Altmietverträgen und Sanierungsstau mit dem 15- bis 20-Fachen; in Bezirksstädten entlang der Südstrecke liegt der Faktor typischerweise darunter. Der Vervielfältiger ist nur der Kehrwert der Bruttorendite — er hat dieselben blinden Flecken.

Entscheidend ist, worauf der Faktor angewendet wird: auf die nachhaltig erzielbare Miete nach dem Mietrechtsgesetz (Richtwert samt Lagezuschlag) oder auf eine Wunschmiete. Im Zinshausgutachten von DER ZINSHAUSMAKLER steht immer beides — Ist-Miete, rechtlich zulässige Miete und die daraus abgeleitete Wertspanne.

Wo Exposés schönen — und was wir stattdessen tun

Die fünf häufigsten Schönrechnungen: (1) Sollmiete statt Ist-Miete, (2) Lagezuschlag angesetzt, obwohl die Lage ihn nicht trägt, (3) Instandhaltung mit 0 €, (4) Dachgeschoss-Potenzial als wäre es schon gebaut, (5) Leerstand ignoriert. Unser Aufnahmeprozess prüft jeden Punkt vor Ort und in den Mietverträgen. Das Ergebnis ist ein Gutachten, das die Bank akzeptiert und mit dem Käufer:innen und Verkäufer:innen auf derselben Grundlage verhandeln.

Mag. Florian Kulterer — der Zinshausmakler für Graz und die Südstrecke bis Klagenfurt

Mag. Florian Kulterer · staatlich geprüfter Immobilientreuhänder

Der Autor

Mag. Florian Kulterer

Geschäftsführender Gesellschafter iX immo GmbH (IMMOXX) · Immobilieninvestor · Schwerpunkt Zinshaus & Anlage

Diesen Beitrag habe ich aus der Praxis geschrieben — aus Transaktionen in Graz, der Steiermark und Kärnten und aus dem, was ich als Investor selbst gelernt habe. Wenn Sie ein konkretes Haus vor sich haben: Das erste Gespräch ist kostenlos, das Gutachten folgt.

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FAQ

Häufige Fragen — Rendite

Welche Rendite ist bei einem Zinshaus in Graz realistisch?

Sanierte Gründerzeithäuser in Grazer Bestlagen liegen meist bei 3–4 % Bruttorendite, Mehrparteienhäuser am Stadtrand und in Bezirksstädten der Südstrecke bei 4–6 %. Entscheidend ist die Nettorendite nach Bewirtschaftung und Erwerbsnebenkosten — sie liegt typischerweise 1–1,5 Prozentpunkte darunter.

Was ist ein guter Vervielfältiger für ein Zinshaus?

Das hängt von Lage, Zustand und Mietstruktur ab: In Graz werden Bestlagen mit dem 22- bis 28-Fachen der Jahresnettomiete gehandelt, unsanierte Häuser mit dem 15- bis 20-Fachen. Ein niedriger Faktor ist nur dann „gut“, wenn die Miete nachhaltig und rechtlich gedeckt ist.

Warum unterscheiden sich Exposé-Rendite und Gutachten-Rendite?

Weil Exposés oft mit Sollmieten, ohne Instandhaltung und ohne Leerstand rechnen. Ein Zinshausgutachten nach dem Ertragswertverfahren legt alle Annahmen offen — das ist die Grundlage, die DER ZINSHAUSMAKLER für jedes Haus erstellt.

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